Letzte Aktualisierung: 04.09.2017

Der Unfall

Diese Seite ist die schwerste Seite für mich. Bis heute ist es immer ein Verdrängen dieses Ereignisses gewesen. Nach über 4 Jahren habe ich mich erstmals intensiver mit diesen Bildern, speziell des Unfalles und den Berichten beschäftigt. Jeder der denkt, die Zeit heilt alle Wunden, dem muß ich hier leider sagen: "Vergessen Sie so etwas!"  Es gibt Wunden die wahrscheinlich nie heilen. Ich hatte mittlerweile Umgang mit Menschen die vor 30 Jahren ihr Kind verloren und auch sie haben nach wie vor mit diesem Schicksal zu kämpfen. Sicherlich "funktioniert" man nach außen wieder besser als kurz nach dem Ereignis, aber beiseite legen kann man es nicht. Das hört sich für betroffene Eltern sicherlich nicht gerade tröstlich an, aber man kann lernen mit so einem Ereignis überhaupt zu leben und das ist doch auch etwas.

Yugo
ri. mellrichstadt

Die Zeitungsausschnitte stammen vom "Meininger Tageblatt". Zu den Bildern: Oben - Der Rest von unserem Auto (Ich hatte bisher keine Bilder vom Unfall angesehen. Damals wurde mir davon auch abgeraten, wo ich heute noch sagen muß, es war sicherlich gut so. Denn auch nach all den Jahren ist mir bei diesem Bild oder dem Unfallbericht des Sachverständigen zumute, als wäre es gestern passiert.)

ri. grenze

Das obere Bild zeigt die Straße in Richtung Mellrichstadt, aus der meine Familie kam und das Bild nebenan ist in Richtung Meiningen, von wo der Unfallverursacher kam. Im folgenden Abschnitt möchte ich den Unfallhergang durch den Bericht des Gerichtes darstellen.

Bericht

"Am 04.01.1999 fuhr der Angeklagte nach Dienstschluß von seiner Arbeitsstelle in Meiningen mit seinem PKW Audi 80 auf der B 19 in Fahrtrichtung Bad Neustadt a.d.Saale. Gegen 16.48 Uhr, zu diesem Zeitpunkt war es bereits dunkel und die Fahrbahn war nass, kam dem Angeklagten vor einer Rechtskurve vor der Ortschaft Eußenhausen auf seiner Fahrbahnseite ein PKW entgegen. Um diesem PKW auszuweichen, fuhr der Angeklagte nach rechts auf Bankett und versuchte anschließend gegenzulenken. (Anmerkung: Das ist seine Aussage. Zeugen gab es nicht, so daß es nicht widerlegt werden konnte.) Die Fahrgeschwindigkeit reduzierte der Angeklagte aber nicht weiter als auf eine Geschwindigkeit zwischen 88 bis 93km/h. (Heute ist an dieser Stelle bei Nässe 60 km/h vorgeschrieben, nachdem es weitere Todesfälle gab.) In der anschließenden Rechtskurve konnte der Angeklagte sein Fahrzeug erst später einlenken, so daß der frontangetriebene Audi 80 im Auslauf der Rechtskurve nach links über die Vorderachse ausbrach und auf die Gegenfahrbahn geriet.

 Dort kollidierte das Fahrzeug mit dem entgegenkommenden PKW Zastava, der von Irene Zimmermann mit einer Geschwindigkeit von 80 bis 85km/h in Fahrtrichtung Meiningen gesteuert wurde. Irene Zimmermann hatte keine Möglichkeit, dem entgegenkommenden PKW des Angeklagten auszuweichen. Irene Zimmermann und ihr 11-jähriger Sohn Daniel Zimmermann erlitten bei dem Unfall so schwere Verletzungen, daß sie noch an der Unfallstelle starben. Die 13-jährige Tochter Alexandra Zimmermann, die sich ebenfalls in dem PKW von Irene Zimmermann befunden hatte, verstarb am 06.01.1999 an den durch den Unfall erlittenen Verletzungen. Bei Anwendung der erforderlichen Sorgfalt hätte der Angeklagte, als ihm vor der Rechtskurve ein PKW auf seiner Seite entgegenkam von dessen Lichtern er sich auch geblendet fühlte, nicht nur nach rechts ausweichen, sondern auch seine Fahrgeschwindigkeit erheblich verringern können und müssen. Vor der Rechtskurve wäre das dem Angeklagten möglich gewesen.

kreuze im schnee

 Bei einer angemessenen Reduzierung der Fahrgeschwindigkeit wäre es dem Angeklagten auch möglich gewesen, die folgende Rechtskurve zu durchfahren, ohne auf die Gegenfahrbahn zu geraten.

 So weit zur Unfalldarstellung des Gerichtes. Der Bericht des Sachverständigen hört sich bedeutend schlimmer an, da er die technischen Details darstellt.

viernau
Kreuze

Das durchzulesen ruft auch heute wieder Gefühle hervor, die sind nicht zu beschreiben, einfach furchtbar, genau wie zu der Zeit, als die Polizei vor der Tür stand und sich erkundigte, ob das Auto "sowieso" uns gehört und was sie sonst noch wissen wollten. Zu dem Zeitpunkt ahnt man dann schon etwas Furchtbares. Viel von der Zeit danach ist bis heute nur in Bruchstücken in meiner Erinnerung. Das Bild oben ist auf alle Fälle in unserer Küche, wo ich oft saß und einfach das Bild und die Kerzen anstarrte, bis ich Ende Januar zu meiner Mutter nach Zella-Mehlis zog.

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